Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg

Konflikte lösen in uns zum Teil heftige Emotionen aus. Wir reagieren wütend und verärgert oder enttäuscht oder auch verängstigt und hilflos. Unsere Reaktionen sind oft überzogen oder aber wir werden stumm und ziehen uns in unser Schneckenhäuschen zurück. Schnell sind wir bei der Frage "Wer hat Schuld!" Auf dieser Ebene bleiben wir dann stecken und eine Lösung ist nicht in Sicht.

In der Gewaltfreien Kommunikation (GfK) geht es nicht darum die "Schuldfrage" oder die "Wer hat Recht-Frage" zu klären, sondern darum die Ursache für den Konflikt zu ergründen und zu verstehen. Mit der Frage nach der Motivation unseres Handelns, gelangen wir von der Ebene der konkreten Handlung auf die Ebene der Bedürfnisse. Die Motivation unseres Handelns ist demnach die Erfüllung unserer Bedürfnisse.

Ein einfaches Beispiel: Ich schmiege mich an meine Partnerin und streichel sie, weil ich momentan ein starkes Bedürfnis nach Nähe und menschliche Wärme habe. Für sie ist es aber gerade jetzt das Letzte, was sie gebrauchen kann, weil sie gerade ein starkes Bedürfnis nach "Zeit für sich" hat und sie wehrt meine Annäherungsversuche ab, in dem Sie mich von sich weg schiebt. Der Konflikt ist da.

Wie kann es jetzt weitergehen?

1. Möglichkeit: Wir reagieren verletzt bzw.genervt und antworten mit gegenseitigen Vorwürfen: "Du bist immer so gefühllos!" - "Ja und Du bist immer so übertrieben anhänglich". Der Konflikt eskaliert.

2. Möglichkeit: Wir erinnern uns an die GfK und tauschen uns gegenseitig über unsere Bedürfnisse (Nähe und Wärme bzw. "Zeit für sich") aus. Worum geht es eigentlich, welches Bedürfnis / Interesse steckt hinter unserem Agieren und Reagieren? Unser Handeln wird jetzt verständlich und wir bemühen uns gemeinsam alternative und konstruktivere Handlungsmöglichkeiten zu finden, die die Bedürfnisse beider Seiten erfüllen können ("Win-Win-Lösung"). Der Konflikt löst sich auf.

Seminare zur Gewaltfreien Kommunikation

Übungsgruppen zur Gewaltfreien Kommunikation in Göttingen